Die richtige Medizin
T. Dreischulte, O. Schwalbe, S. Simons
Zehn Thesen

Die drei Autoren des Beitrags "Die richtige Medizin" formulieren die folgenden zehn Thesen mit dem Ziel einer breiten Diskussion unter allen an der Patientenversorgung beteiligten Partnern:

  1. Eine optimale individualisierte Pharmakotherapie ist nur durch ausgeprägte professionenübergreifende Zusammenarbeit zu erreichen, die im deutschen Gesundheitssystem derzeit unzureichend ist und daher verstärkt werden muss.

  2. Eine systematische Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsberufen erfordert eine klar definierte Aufteilung der jeweiligen verbindlichen Verantwortlichkeiten.  

  3. Die gelebte Fachkompetenz der Apotheker muss im deutschen Gesundheitssystem besser als Ressource zur Gewährleistung einer sicheren, effektiven und effizienten Pharmakotherapie genutzt werden.

  4. Das in Deutschland flächendeckend erreichbare und für den Patienten leicht zugängliche Apothekennetz bietet eine hervorragende infrastrukturelle Grundlage zur Etablierung eines Systems zur kontinuierlichen Optimierung der Pharmakotherapie, die hierfür derzeit unzureichend genutzt wird.

  5. Der derzeitige berufliche Alltag in der öffentlichen Apotheke in Deutschland gefährdet durch bürokratische und wirtschaftlich-kaufmännische Zwänge die vom Gesetzgeber übertragene Pflicht zur Information und Beratung im Rahmen der Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Arzneimittelversorgung.

  6. Das Pharmaziestudium vermittelt zurzeit nur unzureichend die Fähigkeiten zur Erfüllung einer notwendigen neuen professionellen patientenorientierten Praxis. Der oftmals durch Mangel an Ressourcen noch nicht ausreichend erfolgte Auf- bzw. Ausbau der hierfür essentiellen Ausbildung im Fach Klinische Pharmazie muss daher an den pharmazeutischen Instituten mit Nachdruck forciert werden.

  7. Zur langfristigen qualitativ hochwertigen Etablierung patientenorientierter pharmazeutischer Dienstleistungen im Apothekenalltag sollten berufsbeglei­tende Postgraduierten-Studiengänge in Klinischer Pharmazie auf Universitätsniveau an allen pharmazeutischen Instituten angeboten werden.

  8. Die Einbeziehung öffentlicher Apotheken in wissenschaftliche Projekte der Versorgungsforschung, Pharmakovigilanz etc. ist zu fördern, da hierdurch fort­laufend Impulse zur Weiterentwicklung des Apothekerberufs entstehen kön­nen.

  9. Die Einführung eines modularen, an den erbrachten Gesundheitsdienst­leistungen orientierten, Honorierungssystems für die öffentliche Apotheke sollte offen diskutiert werden.

  10. Eine offene Diskussion nicht nur struktureller Aspekte, sondern besonders der konkreten inhaltlichen Ausrichtung des Apothekerberufs ist unabdingbar.

 

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